Graphic Recording auf dem Schülerdialog der BMW-Stiftung in München mit vier Politikerinnen

es kann losgehen: der Rahmen ist gesetzt: oben die Themengruppen, unten die Fragen, die zur Diskussion standen

Die BMW-Stiftung hatte mich freundlicherweise eingeladen, einen politischen Dialog von Schülern mit vier Politikerinnen visuell festzuhalten. Der Dialog zu vier Themen fand parallel in vier Räumen statt und ging über 80 Minuten. Die Vorstellung der Ergebnisse im Plenum dauerte 20 Minuten, dann hatte ich 60 Minuten Zeit, das Poster fertigzustellen.

Wie immer: ein Wettlauf mit der Zeit. Und eigentlich unmöglich. Wie kann man das umsetzen? Ich kann nicht gleichzeitig in allen Räumen sein!

In der Beratung mit der Organisation kamen wir überein, dass ich zwar die Diskussionen anhöre, aber erst danach das eigentliche Recording fertigstellen soll. Es war noch ein Block mit Joschka Fischer als Gastredner eingeplant, der im Foyer vor großem Publikum stattfand. In dieser Zeit konnte ich an die Arbeit gehen.

Um die wenige Zeit so effektiv wie möglich nutzen zu können, bin ich schon früher angekommen, habe meine Wand aufgebaut und einen visuellen Rahmen gesetzt (Bild oben). Später bin ich in der Diskussion von Raum zu Raum gepilgert, habe zugehört und mitgeschrieben. Aber hier einen Gesamteindruck zu gewinnen, ist fast unmöglich.

Die Frage war für mich: was halte ich fest? Die Unterschiede in den Aussagen der Politikerinnen? Die Meinung der Schüler? Oder beides?

Für mich war daher am wertvollsten die Vorstellung im Plenum nach der Diskussion in den Gruppen. Hier stellten die Schüler ihre Position zu den diskutierten Themen vor und die habe ich dann auch übernommen. Nach dem Plenum habe ich noch mit jedem Moderationsleiter der vier Gruppen gesprochen, um mein Bild abzurunden.

Dann ging es mit Höchstgeschwindigkeit an die Arbeit. Genau zu einem festen Termin fertig zu sein, mache ich nur ungern, vor allem wenn für 3 m x 0,8 m weiße Fläche nur 60 Minuten Zeit hat. Wer schon einmal ein Poster angefertigt hat, weiß, wie wenig Zeit 15 Minuten pro Thema sind: vor allem wenn man selbst noch zusammenfassen und überlegen muss. Mit der letzten Minute war dann auch der letzte Buchstabe gesetzt und die letzte Farbe aufgetragen. So ganz fertig war ich zwar nicht, aber es gab keine andere Möglichkeit. Das Bild wurde abgehängt und unten im Foyer zum Ausklang der Diskussion mit Joschka Fischer aufgehängt. Viele Besucher haben dort zum ersten Mal eine graphische Aufbereitung von politischen Themen gesehen und es gab viele Fragen zu meiner Arbeit. Die Schüler fanden es „cool“, dass ich Ihre Aussagen zum Teil wortwörtlich übernommen habe.

Sehr beeindruckt war ich von den Schülern, die mit ihren Fragen eine politische Kompetenz gezeigt hatten, die ich so nicht erwartet hatte. Auf meine Frage, woher sie das Wissen haben, kam als Antwort: aus Tageszeitung und den Nachrichten. Und was mich noch überrascht hatte: die Jugendlichen standen zusammen und haben wirklich miteinander diskutiert. Kaum ein Smartphone war zu sehen. Das war eine angenehme Abwechslung bei 16-jährigen Schülern.

das fertige Bild: 3 m x 1,20 m

Wolfgang Irber  –  www.wirber.de

Published by

Wolfgang Irber

Business-Illustrator

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