Graphic Recording in Stockholm: wenn erst fast alles schief geht und doch gerettet wird

5bdc5-diemanagerschreibenandiewand2500pxEine Firma in Schweden hatte mich für ein Jahrestreffen eingeladen, auf dem die neue Vision vorgestellt und in einem World Cafe diskutiert werden sollte. Meine Aufgabe war es, die Rede des CEOs, die Strategie und die Ergebnisse stimmig zu visualisieren, damit die Diskussion am nächsten Tag in die zweite Runde gehen konnte. Mit dem ersten Flieger flog ich nach Stockholm und kam am späten Vormittag in der Firmenzentrale ausserhalb von Stockholm an.

Der Bruch

Am Anfang lief alles gut: die Rede des CEOs, das World Cafe, Kaffeepause, doch plötzlich kam alles zum Stehen. Die Geschäftsführung musste „kurz“ weg, strategisch wichtige Gespräche standen an. Aus dem „kurz“ wurden zwei Stunden und der Nachmittag war vorbei. Das Abendessen war gebucht und konnte nicht verschoben werden. Und nun? Die Vorstellung der Diskussionsergebnisse im Plenum wurde auf den nächsten Tag verschoben, doch da musste ich schon wieder am Flughafen sein. Ratlosigkeit. Sollte ich umsonst hierher geflogen sein?

Die Lösung

Ich machte den Vorschlag, dass die Diskussionsleiter der World Cafe-Runden ihre Eindrücke auf drei Metaplanwände schreiben sollten. Aus den Information würde ich versuchen, mir ein „Bild“ zu machen und noch am gleichen Abend zu visualisieren.
Mir großem Einsatz schnappte sich jeder einen Stift. In 15 Minuten waren drei Metaplanwände dicht beschrieben und alle eilten zum Bus. Ich blieb alleine zurück. Es war 18 Uhr.

Die Umsetzung

Bis 20 Uhr bauchte ich, um die Informationen zu sichten, zu sortieren, zu werten und mit ersten Skizzen zu versehen. Es war komplizierter als ich dachte, fremde Gedanken ohne Erläuterung zu strukturieren. Bei einer Pizza überlegte ich mir eine  Visualisierung, die alle Elemente in einem stimmigen Großbild enthielt.
Erst um 21 Uhr konnte ich mit der Zeichnung anfangen.
Um 24 Uhr war ich fertig. Ein Taxi brachte mich zum Hotel am Flughafen. Um 1.30 Uhr morgens fiel ich todmüde ins Bett. Es war ein langer Tag gewesen, der schon um 5 Uhr begonnen hatte.

Das Feedback

Vom Gesamtbild des 3 m langen Bildes kann ich aus Gründen der Vertraulichkeit nur einen kleinen Ausschnitt zeigen (siehe unten). Für mich war es seltsam, ohne Kundenfeedback nach Hause zu fliegen. Hatte ich alles gut umgesetzt? Zwei Tage später kam eine Email vom Kunden, in der er seine Zufriedenheit ausdrückte. Ich war erleichtert. So weit ich erfahren habe, wird das Bild jetzt in den Regionen verwendet, um dort den Mitarbeitern die Kernaussagen anschaulich zu übermitteln.
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Wolfgang Irber  –  www.wirber.de

Published by

Wolfgang Irber

Business-Illustrator

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