Inhaltsverzeichnis

was-wo-wie-warum-graphic-recording
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1. Mein Angebot
2. Themenbereiche
3. Zeichenstil
4. Beispiele
5. Anspruch
6. Kunden
7. Kosten
8. Interview
9. Hintergrund-Informationen
10. Infos für Auftraggeber
11. Qualitätskriterien Graphic Recording

1. Was biete ich an?

wolfgang-irber-Graphic-RecorderGraphic Recording

Seit 9 Jahren arbeite ich als freiberuflicher Live-Visualisierer auf Deutsch und Englisch im In- und Ausland. Aus Neubeuern im Umland von München kommend, zeichne ich entweder ganz klassisch analog auf Papier mit Zeichenwand von Neuland oder digital mit Photoshop auf einem Tablet. Wenn Sie es wünschen, verwende ich auch Kapaplatten als Zeichenhintergrund.

Ob Workshop, Plenumsvortrag, große oder kleine Sitzung, Strategieworkshop oder ein Brainstorming, ich arbeite für Sie auf jeder Form von Zusammenkunft.

Zusammenfassung des Tages

Wenn Sie es wünschen, fasse ich den Tag am Ende der Veranstaltung gerne vor Publikum zusammen und verwende dafür die erstellten Zeichnungen.

Visual Facilitation

Viele Jahre war ich hauptberuflich als Seminarleiter tätig und bin es daher gewohnt, Gruppen zu leiten und zu moderieren. Gerne kann ich Sie in der Seminarleitung unterstützen und gleichzeitig mit visuellen Inhalten die Kommunikation verbessern. Mehr über mich und meinen beruflichen Hintergrund finden Sie im Hauptmenü unter Über mich | Kontakt.

2. Was sind meine Themenbereiche?

themen graphic recordingBedingt durch meinen beruflichen Werdegang liegen meine Interessenschwerpunkte im Bereich Technik, Digitalisierung, Computing, Wissenschaft, Wirtschaft, Finanzen, Kunst, Leadership, Prozessoptimierung, Visions- und Strategie-Vermittlung sowie im Change-Management. Für neue und auch komplexe Themen kann ich mich immer begeistern, fragen Sie einfach nach.

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3. Wie ist mein Zeichenstil?

zeichenstil graphic recordingJeder Graphic Recorder hat seinen eigenen Stil. So auch ich. Ganz bewusst versuche ich etwas skizzenhaft zu arbeiten, um den Bildern eine Dynamik zu geben. Farbe setze ich reduziert ein und sie dient der Gliederung. Menschen stelle ich in der Regel mit Gesichtern dar, um die Emotion in den Inhalten zu reflektieren. Lesbarkeit, Gliederung und Humor sind meine wichtigsten Kriterien.

Grundsätzlich geht es mir nicht um die einfache Verknüpfung von Wort und Bild, sondern das Bild-Element soll in Verbindung mit dem Wort eine Geschichte erzählen. Am Ende des Tages entsteht natürlich ein dichtes Graphic Recording, auf dem es viel zu entdecken gibt. Doch es hat eine Struktur und erzählt viele kleine Geschichten. Immer wieder ist es gerade eine dieser kleinen Geschichten, die vom Publikum besonders geliebt werden.

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4. Beispiele zu Graphic Recordings

beispiele-graphic-recordingUnten sehen Sie in der Diaschau ein paar Beispiele aus den letzten Jahren: ob auf Papier, Kapa-Platte oder digital auf dem Tablet erstellt. Was für Ihren Event am Besten ist, kann ich mit Ihnen im persönlichen Gespräch herausfinden. In meinem Blog finden Sie zahlreiche weitere Bilder und detaillierte Fallbeschreibungen, kategorisiert nach Einsatzszenario:

Blogeinträge mit „Graphic Recording“
Blogeinträge mit „Digitales Graphic Recording“
Blogeinträge mit „Analyzing Recording“

  • Graphic-Recording-Bonn by-Wolfgang-Irber-for-GIZ-at-COP23-2017v2
    Graphic Recording auf der Klimakonferenz in Bonn für die GIZ

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5. Was ist mein Anspruch beim Graphic Recording?

anspruch-beim-graphic-recordingFür mich steht immer die Entwicklung eines Gesamtbildes im Vordergrund. Die Kernaussagen müssen in eine attraktive Visualisierung eingebettet sein. Dafür ist natürlich etwas Planung und eine gute Absprache mit dem Kunden notwendig. Es geht mir nicht einfach um ein buntes Bild mit vielen Illustrationen, sondern um eine vernünftige und auch hinterher lesbare Zusammenfassung von Kernaussagen, zum Nutzen meiner Kunden.

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6. Woher kommen meine Kunden?

Kunden graphic recordingMeine Auftraggeber sind meist international tätige Großunternehmen oder erfolgreiche Mittelständler. Zur Zeit bin ich meist im Großraum München, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin und Zürich unterwegs. Weniger Anfragen erhalte ich von Universitäten oder Stiftungen, arbeite dort aber genauso gerne. Details zu meinen Kunden finden sie im Hauptmenü unter Referenzen.

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7. Was kostet Graphic Recording?

kosten graphic recordingMeine Preise kann ich Ihnen hier leider nicht öffentlich mitteilen, aber erzählen, was marktüblich ist. Graphic Recording, Live-Visualisierung etc. wird in der Regel in Tagessätzen abgerechnet, die sich ungefähr an den Gagen für einfache Moderation orientieren. Durchschnittlich werden meiner Erfahrung nach um die 1300€ pro Tag verlangt, wobei ich schon Preise von 500€ bis 2200€ gehört habe.

Anfänger sind deutlich günstiger, Profis und alte Hasen verlangen mehr, und das zu Recht. Je mehr Erfahrung, desto besser ist das Ergebnis. Letztendlich entscheiden auch der Stil und die Art des Recordings, welchen Künstler man sich aussucht. Der Preis sollte nicht das alleinige Kriterium sein. Graphic Recording ist keine standardisierte Dienstleistung. Bei nur kurzen Einsätzen und wenig Anfahrt lassen manche Graphic Recorder, auch ich, mit sich verhandeln und gewähren einen Nachlass auf den Tagessatz.

Da jeder Auftrag ein eigenes kleines Projekt mit seinen speziellen Anforderungen ist, haben sich standardisierte Tagesgagen als wenig hilfreich herausgestellt. Für eine Kostenabschätzung bitte ich Sie immer ein kostenfreies Angebot anzufordern. Wichtig ist für mich ein Telefonat, um den Bedarf besser abschätzen zu können, dann kann ich Ihnen das Angebot zukommen lassen.

Leistungen, die bei mir im Tagessatz enthalten sind

  • Absprache und Planung mit der Veranstaltungsleitung
  • Vorbereitungszeit bis 2 h
  • Reisezeit im Inland
  • Material (Stifte, hochwertiges Papier mit 140 g/qm)
  • 3 m lange und repräsentative Zeichenwand von Neuland (wenn ich analog arbeite)
  • Erklärung der Bilder vor Publikum (D/E)
  • die originalen Zeichnungen
  • mit Photoshop optimierte digitale Kopie der Zeichnungen ein paar Tage später
  • Nutzungslizenz für die unlimitierte Verwendung der Bilder danach

Leistungen, die bei mir n i c h t im Tagessatz enthalten sind

  • Reisekosten (ich versuche immer so günstig als möglich zu reisen)
  • bei Anreise mit PKW verrechne ich 0,30€ für die gefahrenen Kilometer
  • optionaler Speditionstransport einer mobilen Graphic Wall (Modell Neuland) falls ich nicht mit dem Auto anreisen kann (bis 300 km)

Informationen zu Anreise und den Reisekosten

Aus dem Umland von München kommend, kann ich in wenigen Stunden per Bahn oder Flug an fast jedem Ort in Deutschland oder auch in Europa sein. In der Regel reise ich am Vortag an, wenn die Entfernung mehr als 250 km beträgt und die Veranstaltung bereits am Morgen beginnt. Reisekosten rechne ich als Netto-Kosten mit Beleg ab und versuche immer im günstigen Bereich zu bleiben, als wenn es mein eigenes Geld wäre, das ich hier ausgebe.

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8. Interview mit Wolfgang Irber

interview wolfgang irberIn all den Jahren werden mir beim Live-Zeichnen auf Unternehmensevents immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Da ist nicht schlimm, eher interessant, oft auch amüsant. Daher habe ich hier die häufigsten Fragen für Sie zusammengestellt:

» Herr Irber, wie sind Sie zum Graphic Recording gekommen? «

Bereits in meiner Zeit als Trainer in der Telekommunikation hatte ich begonnen, komplexe Zusammenhänge auf großen Whiteboards zu visualisieren. Schon damals erahnte ich das Potential, aber ich hatte noch nicht daran gedacht, es auch für die Selbständigkeit zu nutzen. Später, im ersten Jahr meiner Selbständigkeit als Illustrator, stolperte ich über einen Artikel in der Financial Times Deutschland zu Graphic Recording und dachte mir: „Genau, das ist es! Das ist es, was ich immer gemacht habe.“ Ich hatte endlich einen Namen dafür. Schnell war die Website angepasst und innerhalb einer Woche hatte ich den ersten Auftrag.

» Müssen Sie sich auf die Veranstaltung vorbereiten? «

In der Regel nicht besonders viel. Ich brauche ein kurzes Briefing, um was es geht, was ist die Zielsetzung, wie sieht die Agenda aus, um besser das Recording planen zu können. Aber die Inhalte muss ich vorher nicht kennen. Wichtig ist für mich der Moment und das gesprochene Wort. Die einzigen Male, die ich mich wirklich groß vorbereiten musste, waren eine medizinische Tagung zu Krebsmedikamenten und eine Tagung über Quantenphysik.

» Kennen Sie die Inhalte der Reden vorab? «

Nein. Nur die Überschriften, wie jeder andere Tagungsteilnehmer auch. Ich lebe vom Zuhören, nicht so sehr vom Lesen der Folie. Einmal bekam ich vorab die Rede eines Politikers für die Vorbereitung, doch dann hatte er sich aus aktuellem Anlass zu einer anderen Rede entschlossen. Seitdem will ich gar nicht mehr im Detail wissen, was kommt.

» Wie machen Sie das? Zeichnen und Zuhören gleichzeitig. «

Ganz einfach: zuhören, zuhören, zuhören die Kernaussage filtern, Zusammenhänge erkennen und visualisieren. Ich gebe zu, das klingt ganz einfach, aber es braucht viel Erfahrung und geschieht mittlerweile intuitiv. Noch immer werde ich mit jedem Jahr besser. Wahrscheinlich hörte das auch nie auf. Es gehört auch eine Portion Mut zur Lücke dazu. Es ist eben kein perfektes Protokoll. Es ist ein visueller Schnappschuss und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Nur mit dem Stift in der Hand kann ich richtig gut denken

» Ist das eine Neigung von Ihnen? «

Das kann ich ganz klar mit Ja beantworten. Schon in der Schule und an der Uni sahen meine Skripten sehr illustrativ aus. Ich brauche immer eine visuelle Struktur. Nur mit dem Stift in der Hand kann ich richtig gut denken.

» Haben Sie schon immer gezeichnet? «

Ja. Selbst in meinen frühesten Kindheitserinnerungen halte ich einen Stift in der Hand. Cartoons waren immer meine besondere Spezialität, schon in der Schule, aber ich wollte nie akademischer Maler oder klassischer Illustrator werden. Als Geologe musst ich viel zeichnen, damals gab es noch keine Computer, und in der Telekommunikation merkte ich, es ist besser PowerPoint wegzulassen und Zusammenhänge zu zeichnen. Das ist der rote Faden in meinem Leben.

» Wie kommen Sie auf all die Ideen? «

Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Die kommen einfach. Das war schon immer so. Talent? Vielleicht. So hat jeder seine Stärken.

» Haben Sie eine spezielle Symbolsprache? «

Jein. Gewisse Visualisierungen verwende ich sicherlich immer wieder, aber ich will hier keinen Automatismus einziehen lassen. Das würde auch langweilig werden. Ich habe kein Bikablo auswendig gelernt, was ich auch oft gefragt werde. Ich entscheide die Visualisierung im Moment und intuitiv.

» Ist das Live-Visualisieren anstrengend? «

Ja. Sehr. Am Ende des Tages bin ich immer völlig erschöpft und möchte eigentlich mit niemandem mehr reden. Danach alleine beim Abendessen sitzen: reine Erholung für mich. Oft denke ich mir: wahrscheinlich war ich der einzige Teilnehmer der Veranstaltung, der zu 100% von Anfang bis Ende konzentriert zugehört hat.

» Kann Graphic Recording jeder lernen? «

Im Prinzip würde ich sagen ja. Es kann auch jeder ein Musikinstrument lernen. Reine Übungssache. Je mehr man übt, umso besser wird man. Noch etwas Talent dazu, und schon kann man es professionell betreiben. Das Schöne dabei ist, man hört nie auf zu lernen. Auch heute noch verändert sich mein Stil mit jedem Recording, das ich anfertige. Wenn ich bei Kollegen etwas sehe, das mir gefällt, probiere ich es immer aus.

» Wie kann ich Graphic Recording lernen? «

Über Kurse und mit viel Übung. Mittlerweile gibt es ein großes Kursangebot von meinen Kolleginnen und Kollegen. Ansonsten empfehle ich immer, sich einen Podcast im Radio anzuhören und zu üben. Kritisch zu sich selbst zu sein und sich anschauen, was die anderen machen. Kriterien für gutes Graphic Recording habe ich in einem eigenen Menüpunkt ganz unten auf dieser Seite zusammengestellt. Das ist schon mal ein guter Leitfaden für den Einstieg.

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9. Allgemeine Hintergrund-Informationen

Was ist Graphic Recording?

fragezeichenDas Zeichnen auf Veranstaltungen ist eine junge Dienstleistung und erstellt visuell attraktive Großposter als eine Art illustriertes Protokoll auf jeglicher Art von Zusammenkunft. Es kam in den 70ern aus den USA und führte bis in die 90er ein Nischendasein in Deutschland. Doch um 2010 herum trat es aus dem Schatten ins Licht der Presse und erlebt seitdem einen rasanten Aufstieg. Als Graphic Recorder habe ich diese Zeit aktiv mitgestaltet und bis heute auf Hunderten von Veranstaltungen live gezeichnet. Das dabei angesammelte Wissen zu den allgemeinen Hintergründen habe ich hier für Sie zusammengestellt.

Was versucht Graphic Recording zu erreichen?

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Vereinfacht gesagt, das sichtbar zu machen, was sonst so nicht sichtbar wäre: die Kernaussage z.B. eines Vortrags in einem visuell-attraktiven Kontext. Und damit die Anwesenden nicht nur rational, sondern auch emotional anzusprechen.

Graphic Recording ist eine anspruchsvolle Kombination aus Kunst und Protokoll

Doch was genau ist Graphic Recording? Der Versuch einer Definition.
Was ist Graphic Recording

Stellen Sie sich vor, Sie hören den ganzen Tag auf einer Veranstaltung in München zu. Ohne etwas mitzuschreiben. Was bleibt nach zwei Wochen in Ihrer Erinnerung? Wahrscheinlich nicht viel außer einer vagen Ahnung zu den Inhalten, und einer wahrscheinlich eher lebhaften Erinnerung an den gemeinsamen Abend im Hofbräuhaus mit dem Wunsch das Oktoberfest zu besuchen 🙂

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie hören den ganzen Tag zu UND schreiben live die Kernaussagen und wichtige Originalzitate mit, fügen aussagekräftige Illustrationen hinzu, nutzen Farbe und Schrifttypen für die Gliederung, und gestalten ein optisch ansprechendes Poster, das später allen Teilnehmern auch digital zur Verfügung gestellt wird und über das sich alle freuen. Genau das ist Graphic Recording. (Link zur Definition auf Wikipedia)

Ob auf Papier oder digital, ganze Tagungen, Workshops oder Vorträge lassen sich so auf illustrativ attraktive Großposter verdichten und für die nachhaltige Kommunikation optimal nutzen. Machen Sie das gleiche übrigens im Notizbuch, heißt es auf neudeutsch Sketchnoting und ist gerade unglaublich modern.

Warum funktioniert Graphic Recording so gut? Sechs Fakten.

1. Wir Menschen lieben Bilder, denn unser Gehirn braucht sie

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Die Bildverarbeitung unseres Gehirns ist für die Erkennung von Bildern optimiert. Und das seit Jahrmillionen. Bilder erkennen wir als Bilder und müssen sie nicht dekodieren. Buchstaben dagegen sind in der Menschheitsgeschichte eine ganz moderne Erfindung. Davor haben wir nur mit Bildern und Geschichten gelebt und kommuniziert. Eine Disziplin, in der auch Kinder immer noch die Meister sind, leider nur bis sie in die Schule kommen.

Graphic Recording, das sind Bilder, die Worte sichtbar werden lassen und Gedanken festhalten

Zwar sind auch Buchstaben oder ganze Worte einzelne Bilder, doch wir müssen sie der Reihe nach lesen, um aus Buchstaben oder Worten wieder einen Satz und damit ein Bild im Kopf zu formen. Anders gesagt: ein Bild wird von uns sofort als Bild erkannt, der Text muss von unserem Gehirn erst zu einem Bild übersetzt werden.

Die meisten von uns, können sich nur diese im Kopf generierten Bilder merken, nicht die einzelnen Worte. Stundenlange Wortfluten auf Veranstaltungen sind aus diesem Grund für die Mehrheit von uns nicht merkbar: zu abstrakt, um ein Bild zu generieren und damit den Weg dauerhaft ins Gedächtnis zu finden.

2. Wir bevorzugen eine Geschichte, um uns Inhalte leichter zu merken

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Im einfachsten Fall von Graphic Recording wird mit der Verbindung von Bild + Text schon viel erreicht, und zwar durch

  1. die starke Erinnerungskraft des Bildes
  2. in Verbindung mit der Präzision des Wortes.

Wird zudem noch eine Geschichte erzählt, neudeutsch Storytelling, können selbst abstrakte Inhalte wie Visionen, Strategien oder Werte eine Bedeutung erlangen (fortgeschrittenes Graphic Recording). Die Geschichte ist Rahmen und Kontext und lässt sich leicht merken. Das ist die optimale Kombination aus dem Besten von drei Welten:

  1. der visuellen Kraft des Bildes,
  2. der Präzision des Wortes und
  3. der emotionalen Verbindung mit einer Geschichte.

Die Geschichte kann entweder über den Aufbau einer ganzen Bildlandschaft entstehen oder aus vielen kleinen Einzelbildern in Form von Cartoons, meiner ganz persönlichen Spezialität. Mit dieser Dreierkombination werden die linke rationale und die rechte visuell-emotionale Gehirnhälfte angesprochen. Optimales Teamwork für unser Gehirn! Nebenbei ist Storytelling gerade unglaublich modern.

3. Wir brauchen einen leitenden Faden, um uns im Dschungel der Worte zurechtzufinden

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Graphic Recording reduziert die Komplexität und ist der leitende Faden durch den Dschungel aus Worten. Wer kennt es nicht auf modernen Unternehmensevent der globalen Firmen: die Rede des Chefs, dann noch eine Rede, ein paar Workshops, eine Keynote, und noch eine Rede, eine Präsentation, ein Workshop. Dazu alles auf Englisch. Und dazwischen Pausen mit Gelegenheit zum Netzwerken und Plaudern.

Mit dem Ergebnis, am Ende weiß kaum jemand mehr, was genau gesagt worden ist. Vielleicht gibt es ein Protokoll, aber wer will schon alles trocken nachlesen? Ein gut gemachtes Graphic Recording ist dagegen eine visuelle unterstützte Kurzfassung des Tages:

  • Es ist der leitende Faden.
  • Es kondensiert auf die wichtigsten Aussagen, ist optisch gegliedert und unterhaltsam zu lesen, bietet den Überblick.
  • Es kombiniert die emotionale Erinnerung, die jeder ganz individuell immer noch in sich trägt und kombiniert sie mit originalen Zitaten und Fakten.

4. Bilder unterstützen die persönliche Erinnerung durch Anknüpfung an die eigenen Erlebnisse

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Jeder hat seine persönliche Erinnerung an den Tag, aber es fehlt eine reduzierte Struktur, die Erinnerung anzuknüpfen. Genau diese Struktur ist das Graphic Recording. Einer der häufigsten Sätze, die ich immer höre: „Wenn ich Ihr Graphic Recording anschaue, kommen meine persönlichen Erinnerungen ebenfalls wieder ans Tageslicht und es ist, als ob der Event gerade gewesen wäre.“ So kann jeder seine Erinnerung andocken, mit visuellen Elementen verknüpfen und immer wieder abrufen.

5. Das Graphic Recording funktioniert anders als ein klassisches Protokoll

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Das visuelle Protokoll ist anders, denn es erfüllt einen anderen Zweck. Das Graphic Recording hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es geht um Konzepte, Kernaussagen, den roten Faden, den Überblick, aber nicht um die Details in chronologischer Reihenfolge. Die sind in einem klassischen Protokoll besser aufgehoben. Bei wichtigen Veranstaltungen wird sogar beides angefertigt.

6. Der Vorteil: der Graphic Recorder hört wirklich den ganzen Tag zu

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Mal ehrlich, wer kann schon auf Veranstaltungen immer präsent sein? Zumal es so viele Verlockungen gibt: den Nachbarn, das Buffet, das Smartphone. Der Graphic Recorder ist der bezahlte 100%-Zuhörer und das ist das ganze Geheimnis meiner Arbeit, also eigentlich nicht viel: zuhören, dann nachdenken, Kernaussage finden, den roten Faden nicht verlieren und nebenbei visualisieren. Als Graphic Recorder bin ich hochkonzentriert und nicht abgelenkt. Mehr ist es nicht. Aber wie bei allem im Leben: die Übung macht den Meister!

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10. Was muss ich als Auftraggeber zu Graphic Recording wissen? Sieben Antworten auf sieben Fragen.

1. Was muss ich als Kunde wissen?

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  • Am liebsten habe ich ein kurzes telefonische Briefing ein paar Tage vorher, worum es geht und was der roten Faden der Veranstaltung ist.
  • Ich brauche auch eine Agenda mit den Namen und Titeln der Vorträge und mit Zeitangabe.
  • Bei wissenschaftlichen Themen ist ein Abstract von Vorteil. Das kann auch online zur Verfügung stehen.
  • Der Platz rechts von der Bühne ist mir am liebsten. Danach links und dann irgendwo hinten. Ich muss besser verstehen, als sehen. Ich brauche eine Grundfläche von min. 4 mal 3 Meter.
  • Für den Aufbau am Tag benötige ich für die Zeichenwand und erste Vorbereitungen ca. eine Stunde. Für den Abbau eine halbe Stunde.
  • Die Zeichenwand ist mobil und kann über kleine Distanzen getragen werden. Zum Beispiel vom Plenum zum Platz mit dem Catering. So können die Teilnehmer zusehen, wie ich dem Recording den letzten illustrativen Strich gebe und sie haben noch etwas Unterhaltung nebenbei.
  • Generell buchen Sie das Rundumsorglos-Paket. Ich bringe alles mit und nur das fertige Bild bleibt zurück.

2. Was muss ich als Vortragender wissen?

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Fast nichts. Halten Sie Ihren Vortrag. Ich kümmere mich um den Rest. Nur wenn Ihnen eine besondere Kernaussage sehr wichtig ist, sollten Sie das mir vorher auch mitteilen. Kleiner Tip: wenn Ihr Vortrag gut strukturiert ist, ist es auch das Graphic Recording.

3. Was muss ich als Workshop-Leiter wissen?

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Workshops sind für Graphic Recording ein besonders schwieriger Fall. Workshop heißt in der Regel, dass alle Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt werden und eine Thema bearbeiten. Selbst wenn ich alle Gruppen besuche, bei z.B. 10 Gruppen bekomme ich von jeder Gruppe nur 1/10 mit oder bei 60 Minuten nur 6 Minuten pro Gruppe. Ich habe eine Ahnung, aber an ein vernünftiges Recording der Gruppendiskussion ist nicht zu denken, zumal auch die Ergebnisse bei allen Gruppen eher zeitgleich und damit erst am Ende entstehen.

Die Lösung: wenn die Workshops im Plenum ihre Ergebnisse vorstellen, schlägt meine Stunde. Jetzt kann ich die Ergebnisse konzentriert aufnehmen. Oft fallen allerdings die Präsentationen derart konzentriert und schnell aus, dass eine illustrative Ausschmückung kaum möglich ist. Hier muss ich oft nacharbeiten, doch das Event ist meist vorbei. Ein Empfang mit Catering danach ist optimal. Die Zeichenwand wird umgezogen und ich stelle das Bild vor den Augen der Gäste fertig.

4. Was ist besser? Analoges Graphic Recording auf Papier oder digital auf Tablet?

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Das kommt darauf an. Was besser ist, ist davon abhängig, was Sie benötigen und kann ich nur im persönlichen Gespräch klären. Ich arbeite sowohl ganz klassisch analog auf Papier mit eigener großer Zeichenwand von Neuland oder digital mit dem Microsoft Surface Pro4 und Photoshop. In einem Blogeintrag habe ich an einem Beispiel die Vor- und Nachteile jeder Methode erläutert.

5. Möchten Sie den Tag von mir anhand des Graphic Recordings zusammenfassen lassen?

Als besonderen Service biete ich Ihnen an, von mir den Tag auf Basis meiner Bilder vor Publikum zu reflektieren. Dazu wähle ich die aussagekräftigsten Einzelillustrationen aus und setze sie spontan in einer humorvollen Geschichte zusammen: unterhaltsam, aber auch ernst. So bekommt das Graphic Recording einen besonderen Platz auf Ihrem Event. Da ich viele Firmen kennenlernen darf, kann ich einen objektiven Blick von außen einbringen und mit Ihrer Situation verbinden. Ich benötige dafür nicht mehr als 10-15 Minuten und es rundet den Tag wohltuend ab. (Mehr Information zu warum die Zusammenfassung so wichtig ist).

6. Gibt es Veranstaltungen, die für Graphic Recording nicht geeignet sind?

Wo-ist-die-Information-beim-Graphic-Recording
Jein. Schwierig wird es, wenn Information nicht durch Zuhören aufgenommen werden kann, sondern geholt werden muss. Z.B. habe ich schon oft auf Veranstaltungen als Interviewer gearbeitet und dann die Antworten visualisiert. Das hat mit klassischem Recording nichts mehr zu tun und braucht auch viel mehr Zeit. Doch mit etwas Absprache, Flexibilität und Kreativität entsteht glücklicherweise immer ein Bild. Gut für die Kunden und auch gut für mich 🙂

7. Was ist der Unterschied zwischen Recording und Facilitation?

Unterschied-Recording-und-Facilitation

Eigentlich ein großer, da Recording mehr das Protokollieren und Facilitation mehr die Arbeit mit der Gruppe beschreibt. Aber beide Begriffe werden mittlerweile wechselseitig verwendet. In meiner täglichen Praxis hat sich auch gezeigt, dass das eine oft in das andere überfließt. Je nach Anforderung des Kunden.

  • Graphic Recording = Zuhören – Zusammenfassen – Visualisieren der Kernaussagen
  • Graphic Facilitation = Interaktiv mit den Teilnehmern arbeiten – Zusammenfassen – Visualisieren der Kernaussagen

Graphic Recording wird oft auch als Visual Facilitation, Visual Recording, Scribing, Live-Zeichnen und Event-Visualisierung bezeichnet.

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11. Was ist gutes Graphic Recording?

gutes-graphic-recordingGraphic Recording wird immer stärker nachgefragt wird und entwickelt sich von einem Nischen- zu einem Mainstreamprodukt im Bereich der künstlerischen Dienstleistung. Aber es ist nicht standardisiert, es gibt keine Qualitätsreferenz, es bleibt jedem persönlich überlassen, ob das entstandene Werk gut ist oder nicht.

Gibt es Kriterien für gutes Graphic Recording?

Nicht jedes Live-Bild wird gleich gut, auch nicht von mir. Manche meiner Werke gefallen mir sehr gut, andere mäßig, wenige gar nicht. Graphic Recordings sind auf ihre ganz spezielle Art kleine Kunstwerke, die ohne große Vorbereitung und spontan entstehen. Es gibt – normalerweise – keinen Entwurfsprozess, keine Vorzeichnung, kein langes Überlegen. Und dennoch…es gibt ein paar Kriterien, die ich persönlich für sehr wichtig finde:

1. Zitate helfen dabei auf den Punkt zu kommen

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Auch wenn der Inhalt stark konzentriert wird, die persönliche Sicht des Graphic Recorders kommt immer hinzu. Dennoch – der Inhalt muss immer noch sachlich korrekt und richtig interpretiert sein. Das zu beurteilen ist schwer und selbst für Teilnehmer einer Tagung oft unmöglich.
Daher sind für mich möglichst viele Originalzitate der Teilnehmer wichtig. Diese sind eindeutig und fassen oft perfekt zusammen. Dabei ist es ist wichtig zu wissen, auch für den Auftraggeber, dass man meist nur 1/6 oder 1/8 der gesprochenen Inhalte aufnehmen kann. Daher lebt ein Graphic Recording von der Reduktion. Je besser auf den Punkt gebracht, desto besser ist das Ergebnis. Je mehr Zitate, umso näher wird man am tatsächlich wichtigen Inhalt bleiben.

2. Die optische Gliederung erleichtert die Lesbarkeit

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Viele Graphic Recordings erscheinen auf den ersten Blick konfus. Ein Wimmelbild. Dies ist der Spontanität geschuldet, die Teil des oft unkontrollierbaren Entstehungsprozesses ist. Daher muss mit optischen Elementen gearbeitet werden, um das Auge zu leiten. Fehlen diese, ist der Nutzen als visuelles Protokoll fragwürdig. Das Graphic Recording ist für Außenstehende nutzlos, da nicht mehr lesbar.

Daher: die Führung beim Lesen muss intuitiv passieren. Gleiche Inhalte müssen als solche erkennbar sein. Hier kommen viele Wahrnehmungsgesetze ins Spiel und man kann mit Illustration, mit Schrift, mit Farbe, Form und Größe arbeiten. Selbst leerer Raum und Abstände sind wichtig. Leerer Raum ist meist schwierig, da wir als Graphic Recorder oft mit dem Platz kämpfen, aber die Wirkung von „WEISS“ ist es wert.

3. Das Layout unterstützt die Orientierung

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Graphic Recordings, die mich persönlich begeistern, lassen schon aus der Distanz einen Aufbau erkennen und sind nicht nur ein buntes Durcheinander. Eine große Überschrift, eine großes Key-Visual, eine Grundgliederung, die sich optisch durch das Recording zieht, mit all diesen Elementen kann man arbeiten. Wenn man es zusätzlich schafft, das Graphic Recording als einheitliche Bildlandschaft aufzubauen, in der alle Themen ihren Platz finden, dann ist das ein besonderer Glücksfall, aber auch das Ergebnis von guter Planung und spontaner Kreativität.

4. Die Typographie gliedert und schmückt

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Die Schrift ist nicht nur das Mittel zum Festhalten der Information, sondern auch zur Gliederung der Inhalte. Überschriften müssen als solche erkennbar sein; auch unterschiedliche Gliederungsebenen. Die Hauptschrift muss dem Bild Frische und Eleganz verleihen, und gut lesbar sein. Ein schlechtes Schriftbild kann ein Graphic Recording negativ beeinflussen. Ein tolles Schriftbild, kann schon rein optisch begeistern. Ein gutes Schriftbild kann man üben. Wie auch gutes Graphic Recording!

5. Die Illustrationen erzählen eine Geschichte

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Vielen Auftraggebern geht es nur um die Bilder. Aber für mich stehen Bilder und Text nebeneinander. Bilder können unterschiedlich interpretiert werden, nur die Kombination aus Bild und Text ist eindeutig. Illustrationen müssen den Text unterstützen und sind damit das schwierigste beim Graphic Recording. Immer auf die Schnelle das richtig Bild zu finden ist extrem anstrengend und klappt nicht jedes Mal.

Illustrationen können einfache Bildanker sein oder die Situation reflektierende Cartoons bis hin zu Bildlandschaften im Hintergrund, in die der Text eingebettet wird. Die Illustrationen bestimmen zu einem großen Teil den Erfolg eines Graphic Recordings. Es hilft, für bestimmte Situationen vorgedachte Visualisierungen zu haben. Dennoch sollte man es nicht übertreiben, sonst werden alle Recordings einander zu ähnlich. Spontane Kreativität ist hier der Schlüssel.

6. Die Farbe gliedert

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Die Farbe hat neben den Illustrationen fast den größten Einfluss auf die emotionale Wirkung eines Graphic Recordings. Der Unterschied zwischen einer reinen Strichzeichnung und dem farbigen Endresultat ist gewaltig. Dabei darf die Farbe nicht verwirren, sondern muss zur Gliederung der Inhalte beitragen und gleichzeitig emotional ansprechen. Man kann hier mit flächigen Farben im Hintergrund arbeiten und mit farbigen Markern. Was man wie macht, bestimmt der persönlichen Stil.

7. Die Stimmung wird reflektiert

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Graphic Recordings können alle oben genannten Kriterien erfüllen, aber – warum auch immer – sie begeistern nicht. Sie knüpfen keine Verbindung zum Kunden. Andererseits, Graphic Recordings können vieles falsch machen, aber dennoch begeistern sie den Betrachter. Was hier der genaue Grund ist, konnte ich noch nicht genau herausfinden. Ich denke, es ist die Frage, wie gut kann ich als Graphic Recorder die Stimmung reflektieren. Oftmals sind es Sätze oder kleine Cartoons, die Begeisterung hervorrufen, die ich an dieser Stelle nicht erwartet hätte.

Was ich oft für mich feststelle: ist die Atmosphäre gut, überträgt sich das auf mich; das Graphic Recording wird gut und begeistert. Umgekehrt trifft es genauso zu: ein schlechter unmotivierter Vortrag wird auch kein gutes Graphic Recording.

Fazit

Für mich müssen viele Elemente gleichzeitig erfüllt sein, um ein gutes Graphic Recording zu schaffen. Es ist eine Kunst für sich, die viel Erfahrung verlangt. Eine Kunst, die anstrengend ist und oft an den Rand der Erschöpfung geht. Ich lerne mit jedem Auftrag neu hinzu. Verändere meinen Stil. Werde besser. Probiere Neues aus. Sehe mir die Arbeiten der Kollegen an und lerne davon.
Jeder Graphic Recorder hat seinen persönlichen Stil mit seinen persönlichen Stärken und Schwächen. Stimmt die Chemie zwischen Kunde und Recorder, ist man bereits auf einem guten Weg.

Das Allerwichtigste ist die Leidenschaft, etwas Großartiges zu schaffen, etwas, das Menschen begeistert. Und der Mut, Fehler zu machen und mit Kreativität und Erfahrung zu korrigieren. Dann kommt der Erfolg von alleine.

Auf ein gutes Gelingen,

Wolfgang Irber

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