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Visions-Visualisierung

Was ist ein Dialogbild, Prozessbild, Wertebild, Big Picture, Zielbild, Leitbild, Visionsbild, Strategiebild, Transformationsbild?

So viele Begriffe und immer ist es ein Bild. Doch was ist was? Wo liegen die Unterschiede? Eine kurze Erklärung.

Die Illustrationen für diesen Beitrag wurden von mir über die KI in Microsoft Designer generiert und teils in Photoshop weiter bearbeitet.

In meiner täglichen Arbeit mit Visions- und Strategiebildern werde ich mit den unterschiedlichsten Begriffen konfrontiert. Sie werden fast beliebig und austauschbar verwendet, aber meinen doch im Kern immer etwas anderes und werden anders genutzt.

Daher versuche ich eine Begriffserklärung und Zuordnung.

Dialogbild

Dialogbilder treten in den Dialog mit dem Betrachter.

Dialogbild ist für mich der Oberbegriff für alle hier beschriebenen Visualisierungsvarianten.

Immer wird mit dem Bild ein komplexes Thema auf anschauliche und nachvollziehbare Weise erklärt. Diese Bilder treten in den Dialog mit dem Betrachter und regen zur Diskussion an.

Es geht um die Darstellung eines komplexen Zusammenhangs im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven , z.B. von aktuellen Marktrends, der eigene Historie, sozialen Veränderungen, wirtschaftlichen Perspektiven, der eigene Vision, etc.

Beispiele?

⇢ Visionen, Strategien & Werte als gezeichnetes Bild: die Zukunft sichtbar werden lassen

Marktführer in Deutschland ist die Firma Dialogbild in Hamburg. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Anbieter, wie auch mein kleines Büro.

Viele nutzen den Begriff Wimmelbild, den ich allerdings hier nicht so gerne höre, da er doch eher den Kinderbüchern zuzuordnen ist.

Im internationalen Sprachgebrauch werden Dialogbilder Big Picture, The Bigger Picture oder auch Rich Picture genannt.

⇢ Prozessbild

Prozessbilder sind eine eigene Gruppe innerhalb der Dialogbilder. Sie werden für die Erklärung der Zusammenarbeit unterschiedlicher Abteilungen in einem Großunternehmen oder für das Ineinandergreifen der Prozesse genutzt. Sie zeichnen sich durch einen eher technisch-strukturierten Aufbau aus.

⇢ Wertebild

Wertebilder sind eine besondere Unterform der Dialogbilder und versuchen Ideale, Wertvorstellungen und/oder gemeinschaftliche Arbeitsweisen einer Firma im Überblick vorzustellen.

Idealerweise sind die Werte an der Firmenvision und Strategie ausgerichtet und im Bild mit anschaulichen Beispielen erklärt.

Nur zu sagen: „Wir kommunizieren auf Augenhöhe“ ist zu pauschal. Erst mit der Darstellung von 1-3 Beispielen ist die Erwartung eindeutig und unmissverständich aufgezeigt. Auch eine Erklärung, warum die Kommunikaton auf Augenhöhe für die Umsetzung der Strategie notwendig ist, macht es verständlicher.

Mit Wertebildern werden die gemeinschaftlichen Normen und Arbeitsweisen über alle Arbeitnehmer hinweg als Norm vereinheitlicht. Sie stellen das interne Fundament für alles Handeln dar.

⇢ Zielbild

Leitbild, Visionsbild, Transformationsbild, Strategiebild

Zielbilder sind eine weitere Variante der Dialogbilder, und wie der Name sagt, immer mit einer Ausrichtung auf ein spezielles Ziel. Während im Dialogbild/Prozessbild keine visuelle Erzählrichtung vorgegeben sein muss, weisen Zielbilder im Aufbau immer auf ein konkretes Ziel in der Zukunft und besitzen einen strukturierte Leserichtung.

In Zielbildern wird ein Weg beschrieben, der zum Ziel hinführt und aufzeigt, wie das Ziel erreicht werden kann.

Ein Zielbild heisst Zielbild, weil im Bild ein Ziel zu sehen ist.

Das Ziel kann beispielsweise die erfolgreiche Umsetzung eines neuen Kunden-Prozesses sein, die Einführung eines neuen digitalen Tools wie z.B. eine Umstellung auf SAP, oder die Darstellung eines visionären Zustands in 10 Jahren.

Leitbilder, Visionsbilder, Transformationsbilder und Strategiebilder sind daher den Zielbildern zuzurechnen, allerdings mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung:

  • Bei einem Leitbild werden neben dem Ziel auch die Werte aufgenommen, es ist also eine Kombination aus Ziel- und Wertebild
  • Bei der Vision ist die Darstellung eines gewünschten Zielzustandes wichtig,
  • bei der Transformation die Wandlung vom einen in einen anderen Zustand und
  • bei der Strategie geht es um die Ausführung der strategischen Schritte.

Der inhaltliche Schwerpunkt bestimmt die visuelle Gestaltung und die Kernaussage, die jedes Bild haben sollte.

Eine Firma, die ich seit vielen Jahren für ihre außergewöhnlichen Transformationsbilder bewundere, ist die Schweizer Firma Zense.

Was unterscheidet Prozessbilder von Zielbildern im Bildaufbau?

Der visuelle Aufbau von Prozessbildern

Prozessbilder sind illustrierte Abbildungen von Prozessabläufen und alle Elemente im Bild sind für sich gleichwertig. Man kann überall im Bild einsteigen und mit der Erklärung beginnen. Der Prozess bestimmt die Bildstruktur oder wie es im Design gesagt wird: „Form follows function.“

Gleiches gilt für die Wertebilder, die in einzelnen Blöcken jeden Wert erläutern, aber meist keinen komplexen Bildaufbau besitzen. Gerne wird ein Raster verwendet.

Da Prozessbilder und Wertebilder die Realität abbilden, sind in der Erstellung nur wenige Freiheitsgrade möglich. Vor allem Prozessbilder haben keine besonderen Anforderung an eine besonders empathische Kommunikation.

Der visuelle Aufbau von Zielbildern

Zahlreiche Beispiele für Zielbilder finden Sie auf meiner Website unter ⇢ Visionen, Strategien & Werte als gezeichnetes Bild: die Zukunft sichtbar machen

Zielbildern weisen eine sichtbare Erzählstruktur auf, in der alles auf das Erreichen des Ziels ausgerichtet ist. In einem sorgfältig aufeinander abgestimmten Storytelling werden folgende Aspekte erläutert:

  • Warum wollen wir das Ziel erreichen?
  • Wie ist der Ausgangszustand?
  • Was muß verändert werden, um losgehen zu können?
  • Welche strategischen Schritte sind notwendig?
  • Womit ist auf dem Weg zum Zielzustand zu rechnen?
  • Woran erkenne ich den Endzustand?

Zielbilder erzählen eine Geschichte. Da meist eine Metapher verwendet wird, liegt die Herausforderung für den Gestalter darin, aus den fast endlosen Möglichkeiten in der Darstellung die passende Variante zu finden.

In Zielbildern wird zudem durch den sorgfältig designten Aufbau das Auge des Betrachters geführt. Meist ist die Leserichtung von links nach rechts oder von vorne nach hinten. Jedes Element erfüllt eine Funktion in der Erzählgeschichte. Nichts ist dem Zufall überlassen oder hat nur gestalterische Funktion.

Alles macht Sinn.

Die Aufgabe von Zielbildern

Orientierung: Ein gutes Zielbild beschreibt die Zukunft und bietet bei Entscheidungen Unterstützung. Es zeigt, wohin sich das Unternehmen verändern soll und warum.

Motivation: Das Ziel zu erreichen ist anstrengend und nicht selbstverständlich. Mit der Darstellung im Bild wird deutlich, warum sich der Aufwand dennoch lohnt.

Ja, wir schaffen es: Auch wenn das Zielbild ambitioniert erscheint, die kommunizierten Ziele sind dennoch realistisch.

Klare Kommunikation: Zielbilder lassen sich so einfach kommunizieren, dass sie von allen im Unternehmen verstanden werden: von der Putzfrau bis zum Vorstand.


Wie kommunizieren Sie Ihre Vision oder Strategie an die Mitarbeitenden?

Inspirieren Sie mit einer Geschichte und einem großen Bild, indem alle Bausteine klar zu sehen sind und erklären Sie das Warum.

Wolfgang Irber mit Surface Pro 9

Doch warum mit einem Bild? Weil bereits unsere Sprache voller bildhafter Bezüge ist:

Lasst uns zuerst ein Bild machen, wie ist das Big Picture, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Wir Menschen denken in Bildern und nur, wenn wir etwas täglich vor Augen haben, bleibt es in Erinnerung. Oder wie heisst es: Aus den Augen, aus dem Sinn. Und genau das ist bei der täglichen Umsetzung der Strategie wenig hilfreich.

Bereits ein eintägiger Visions-Workshop kann viel Klarheit bringen und die Richtung definieren. Wenn Sie bereits wissen, wohin Sie wollen, aber es fehlt das überzeugende Bild: Gerne unterstützen ich Sie dabei. Beispiele für meine Arbeit finden Sie unter ⇢ Visionen, Strategien & Werte als gezeichnetes Bild: die Zukunft sichtbar machen

Von Dr. Wolfgang Irber

Wolfgang Irber ist Experte für Visualisierung aus Neubeuern bei Rosenheim. Er berät Unternehmen zu ihrer Vision, leitet Visionsworkshops und zeichnet daraus große Bilderwelten für die interne Kommunikation. Auf Blog, LinkedIn und Instagram berichtet er regelmäßig über seine Erfahrungen. Sein Motto: "Mit einem Bild vor Augen sieht man mehr."