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Vision & Leadership Workshop-Visualisierung

Strategieworkshop: Ergebnisse statt leere Diskussionen

Viele Workshops leiden unter der Fülle an Material in kurzer Zeit. Mit Visualisierung kann hier ein wertvollen Beitrag geleistet werden.

Ein langjähriger Kunde kam zu mir und sagte: „Herr Irber, wir haben wieder unseren Strategieworkshop. Dieses Mal will ich mal nicht in Beliebigkeit sterben, sondern Ergebnisse sehen. Können Sie mir helfen?“

Das Workshop-Problem

Workshops haben oft ein erstaunlich hartnäckiges Muster: Für Diskussionen wird großzügig Zeit eingeplant, für die strukturierte Weiterverarbeitung der Ergebnisse dagegen kaum.

Man debattiert, sammelt Ideen, füllt Flipcharts und Whiteboards. Doch nach dem Workshop bleiben häufig vor allem viele Seiten Papier und ein vages Gefühl von Produktivität zurück.

Was fehlt, ist die Verdichtung der Ergebnisse: Gemeinsamkeiten herausarbeiten, Widersprüche sichtbar machen, Prioritäten setzen und vor allem konkrete Umsetzungsschritte definieren.

Mir war dieses Phänomen schon oft begegnet. Mehrfach hatte ich Veranstalter darauf angesprochen. Die Reaktion war meist ein Achselzucken: „Das ist eben so.“ Für mich war das nie eine überzeugende Antwort.

Aussicht
Der Blick vom Hotel auf den Tegernsee
Strategiemeeting
Der Auftakt ist gemacht

Die Lösung

Jetzt bot sich die Gelegenheit, einen anderen Weg zu gehen.

Der Veranstaltungsort hätte kaum inspirierender sein können: ein Hotel in den bayerischen Alpen, verschneite Gipfel am Horizont, ein See, der in der Wintersonne glitzerte. Doch die Idylle täuschte: der Zeitplan war straff.

Über zwei Tage hinweg liefen die Workshops nach einem festen Muster ab. Drei Gruppen arbeiteten jeweils zwei Stunden an einem Thema und dokumentierten ihre Ergebnisse auf Flipcharts. Insgesamt entstand eine beeindruckende Menge an Informationen: und genau hier begann meine eigentliche Arbeit.

Meine Aufgabe

Meine Aufgabe war nicht, die Ergebnisse einfach nur festzuhalten, sondern sie zu analysieren, zu verdichten und in Beziehung zueinander zu setzen.

  • Wo gab es Übereinstimmungen?
  • Wo unterschiedliche Sichtweisen?
  • Welche Themen tauchten immer wieder auf?

Wie ich vorging

Nach jeder Session erklärte mir ein Vertreter jeder Gruppe die wichtigsten Erkenntnisse. Ich stellte Rückfragen, machte Notizen und verglich anschließend sämtliche Flipcharts nochmals im Detail. Aus diesen Informationen entwickelte ich erste Strukturen und Skizzen, die ich schließlich in visuelle Gesamtbilder übersetzte.

Dabei genoss ich etwas, das man sich als Visualisierer nur wünschen kann: volles Vertrauen und große gestalterische Freiheit.

Allerdings hatte die Methode einen Preis. Während die Teilnehmer nach den Workshops Feierabend hatten, begann für mich die eigentliche Analysearbeit. Der erste Tag ließ sich noch gut bewältigen.

Am zweiten Tag wurde es deutlich enger. Themen verstehen, Muster erkennen, Ergebnisse vergleichen, reduzieren und visualisieren – all das unter erheblichem Zeitdruck. Vor Mitternacht war an Schlaf nicht zu denken. Am nächsten Morgen musste alles fertig sein.

Bilder-Ausgang
Das Rohmaterial für meine Arbeit: zahlreiche Flipcharts

Das Resultat

Am dritten Tag hingen die fertigen Visualisierungen im Veranstaltungsraum: die verdichteten Erkenntnisse aus fünf Workshoprunden und insgesamt 15 einzelnen Arbeitsergebnissen.

Strategieworkshop: Ergebnisse statt leere Diskussionen 2
Die fertigen Poster vor dem Aufhängen

Plötzlich waren Zusammenhänge sichtbar.

Die Gruppenleiter präsentierten ihre Ergebnisse anhand der Poster, anschließend diskutierte das Plenum darüber. Statt sich erneut durch Berge von Notizen zu arbeiten, konnten die Teilnehmer auf einen Blick erkennen,

  • wo Konsens herrschte,
  • wo Unterschiede lagen und
  • welche Themen strategisch besonders relevant waren.

Das Feedback fiel entsprechend positiv aus. Viele Teilnehmer beschrieben die Diskussionen als deutlich fokussierter und produktiver. Die Visualisierungen halfen dabei, komplexe Inhalte schneller zu erfassen. Und die eine oder andere bewusst eingebaute, leicht ironische Beobachtung sorgte zusätzlich für Denkanstöße.

Ein Perspektivwechsel kann viel bewirken. Ein Bild ebenso.

Vor allem aber entstand etwas, das in Workshops nicht selbstverständlich ist: belastbare Ergebnisse mit klarer strategischer Relevanz und konkreten Ansatzpunkten für die Umsetzung.

Das Ziel war erreicht.

Mein Fazit

Auf den ersten Blick erinnert diese Arbeitsweise an klassisches Graphic Recording. Der Stil ist ähnlich, der Ansatz jedoch ein anderer.

Während Graphic Recording vor allem dokumentiert, geht die Workshop-Visualisierung einen Schritt weiter:

  • Sie analysiert,
  • strukturiert,
  • vergleicht und
  • verdichtet.

Es geht nicht nur darum, festzuhalten, was gesagt wurde, sondern sichtbar zu machen, was wirklich wichtig ist.

Genau darin liegt für mich der Mehrwert.

Gleichzeitig war dies eines der anspruchsvollsten Projekte, an denen ich gearbeitet habe. Ich musste nicht nur einen permanenten Informationsstrom filtern und reduzieren, sondern mich in kürzester Zeit in unterschiedliche Themengebiete einarbeiten, Muster erkennen und daraus klare visuelle Aussagen entwickeln.

Als ich nach drei Tagen erschöpft nach Hause fuhr, war die Anstrengung deutlich zu spüren.

Aber auch etwas anderes: das Gefühl, nicht nur Bilder gezeichnet zu haben, sondern einen Prozess tatsächlich vorangebracht zu haben. Und genau darum geht es letztlich.

die-Lobby
Ein schöner Blick auf die Berge im Pausenraum

Von Dr. Wolfgang Irber

Ich unterstütze Unternehmen dabei, ihre Ideen sichtbar zu machen, indem ich Veränderungsprozesse begleite und großformatige Visionsbilder für die Kommunikation entwickle. Zusammen mit meiner Frau lebe ich in Neubeuern bei Rosenheim.