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Digitales Graphic Recording auf dem Kieler Symposium zur maritimen Strategie der Nato

18. Juni 2018

Die Morgensonne brach durch die Wolken, eine frische Briese trieb über den Kieler Fjord, Segelboote schaukelten leicht in den Wellen. 180 Grad auf der anderen Seite: die altehrwürdige kaiserliche Segelschule, heute eine Hotel und Austragungsort der KISS, einem jährlichen Symposium über die Strategie der Nato zur See. Mein Arbeitsplatz für heute.

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Der Auftrag

Als ich angefragt wurde, ob ich mir das Graphic Recording auf diesem hochrangig besetzten Symposium zutraue, sagte ich spontan ja, wußte aber auch, es wird nicht einfach. Ich bin weder ein Experte, noch ein großer Fan der Streitkräfte, was kann ich hier als thematischer Laie an Kernaussagen sinnvoll extrahieren? Wir wollten es auf einen Versuch ankommen lassen. Nach Quantenphysik meine zweite Herausforderung in diesem Jahr.

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Der digitale Graphic Recorder aus Bayern in Kiel am Abend davor im Hafen

Der Ablauf

Der Saal füllte sich langsam. Die vielen Marine-Uniformen und goldenen Streifen schafften ein eigenes Klima der Würde. Überall an den Wänden im Vorraum hingen historische Gemälde aus der Kaiserzeit von Schiffen zur See.
Im Vortragssaal bekam ich eine Platz ganz vorne. Aufgrund des Platzmangels war von Anfang an nur das digitale Graphic Recording in Frage gekommen. Hier hätte keine große Zeichenwand ihren Raum gefunden. Rechts von mir saß ein ein Student der internationalen Beziehungen und kontrollierte die Präsentationen, links von mir saß die Presse. Es war eng. Richtig eng. Gerade, dass ich so zeichnen konnte.
Insgesamt gab es drei große Themenblöcke, die von jeweils einem Kurzvortrag der späteren Diskussionsteilnehmer eingeleitet wurden, dann folgte die Diskussion und Beantwortung der Fragen aus dem Publikum. Zum Inhalt darf ich leider nichts sagen.

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Ich muss zugeben, am Anfang habe ich mit der Materie etwas gefremdelt. Doch im Laufe des Vormittags zeichnete ich mich warm und es lief immer besser. In den Pausen wurden die fertigen Bilder über den Beamer als Diashow eingespielt und haben für Erheiterung, Staunen und Begeisterung gesorgt. Mit Freude habe ich das Lob entgegengenommen.

Wie habe ich es technisch gelöst?

Wie immer arbeite ich mit dem Surface Pro4 und Photoshop. Jeden Vortrag, jede Diskussion habe ich als eigenes Bild visualisiert. Das praktische beim digitalen Graphic Recording ist, man kann erst einmal mitschreiben und dann sehr flexibel damit arbeiten. Während ich mich anfangs mehr auf Aussagen konzentrierte, habe ich im Laufe des Tages auch einen thematisch passenden Hintergrund entworfen. In den Pausen kam dann der letzte Feinschliff.

Was hatte der Kunde davon?

Insgesamt sind an diesem Tag 21 einzelne Bilder entstanden, die am Tag selbst schon gezeigt wurden und später per Email an die Teilnehmer versandt wurden: für Jedermann zur freien Verwendung. Die Bilder selbst wurden auch im Abschlussprotokoll verwendet. Im Nachgang wurde ich noch gebeten, aus allen Bilder ein Gesamtposter in A0 zu erstellen und dabei nur die wichtigsten Kernaussagen zu extrahieren.

Es ist auch für mich immer wieder faszinierend, was in der Rückschau von einer Tag Diskussion dann auch sichtbar zurückbleibt. Plötzlich ist alles gar nicht mehr so kompliziert. Ich bin schon gespannt, wie es nächstes Jahr aussehen wird. In diesem Jahr war der blonde Mann aus den USA schon sehr dominant gewesen; zwar nicht physisch anwesend, aber immer präsent in Wort und letztendlich meinen Bildern.

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Drei Kernaussagen aus einer der Podiumsdiskussionen. Ein Beispiel für die insgesamt 21 einzelnen Bilder, die an diesem Tag entstanden sind.

 

Published by

Wolfgang Irber

Business-Illustrator