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Digitales Arbeiten

Erfahrungen als Illustrator im Zeichnen mit dem Microsoft Surface Pro

Schon als ich als professioneller Illustrator die Surface-Geräte das erste Mal sah, wusste ich: das könnte für mich passen. Und es passte.

Mit dem Surface RT begann ich 2012 zu spielen, mit dem Surface Pro2 wagte ich 2013 den Einstieg und löste mein Wacom Intuos mit Dell-Notebook ab, blickte dann später neidisch auf das deutlich verbesserte Surface Pro3, und habe Ende 2015 mit dem 4er den Umstieg gewagt. Mittlerweile nutze ich als Nachfolger das Surface Pro6.

Rückblickend gab es viel Licht und gerade am Anfang leider auch viel Schatten. Insgesamt hat es meinen Workflow jedoch komplett verändert und meine Produktivität deutlich gesteigert. Doch der Reihe nach.

Mein Arbeitsumfeld

Das Gerät war anfangs ein Surface Pro 4 mit i7-Prozessor, 16 GB RAM und 256 GB SSD, heute ein Pro 6 mit gleicher Spezifikation. Zusätzlich habe ich eine 256 GB SD-Karte für „ausgelagerte“ Dateien. Im Büro war das Surface anfangs über eine USB 3.0 Dockingstation von plugable an die Peripherie angeschlossen, heute ist die originale Microsoft Dockingstation. Unterwegs verwende ich es mit der ansteckbaren Tastatur. Zur Sicherheit habe ich zwei Stifte immer dabei und – weil es bequemer ist – eine Arc-Mouse.

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Mein Arbeitsplatz zu Hause. Hier noch mit meinem alten vielgeliebten Lumia Smartphone (sniff)

Was mache ich mit dem Surface?

Alles! Ich habe keinen anderen Computer oder ein weiteres Tablet. Ob Gigabyte-große Photoshop-Dateien oder das Anhören von Musik, ob große Exceldateien oder das Zeichnen mit dem Stift, es ist mein Universalgerät. Vor allem für Seminare und Workshops finde ich es genial. Die Kombination aus Laptop, Tablet, Kamera, Touchscreen und Stift erlaubt Möglichkeiten, die ich nicht mehr missen möchte. Das ist moderne Computernutzung und digitales Leben. Alle digitalen Zeichnungen auf meiner Website sind übrigens mit einem Surface erstellt.

Was hat sich in meiner Arbeitsweise verändert?

Vorher, auch mit dem Surface Pro2, hatte ich noch viel auf Papier skizziert und noch nicht mit Photoshop gezeichnet. Letzteres ging auf dem Surface Pro2 nicht besonders gut (Prozessor zu schwach?) und ich habe in „leichteren“ Programmen gezeichnet. Doch das Einscannen von Papier und das ewige Hin- und Her der Dateien mit Photoshop und anderen Programmen hat irgendwann genervt.

Heute zeichne ich alles mit Photoshop, ob Skizze, finale Zeichnung oder live auf Events. Dadurch hat sich mein Workflow vereinfacht und ist effektiver geworden. Photoshop bediene ich intuitiv mit vielen Tastatur-Shortcuts. Auch liebe ich es, unterwegs in Photoshop beliebige Pinsel zu testen und zu erstellen, und nicht nur eine standardisierte Vorgabe zu nutzen.

Die Leistung des Geräts reicht selbst für große Zeichnungen, die 0,5 bis 1 GB groß sind, locker aus und ich kann flüssig arbeiten. Zu wenige Rechenpower war noch nie das Problem. Zumindest bei dem, was ich mit Photoshop mache. Würde ich mehr mit Videoschnitt und Premiere arbeiten, das Surface Book mit eigener Grafikkarte wäre sicher die bessere Wahl.

Das Surface ist immer dabei, wenn ich unterwegs bin. Kundenwünsche können so jederzeit bedient werden. Schon oft habe ich in der Bahn, auf Flughäfen, im Flieger oder im Hotel gezeichnet, da es zeitlich nicht anders ging. In einem Blogeintrag vom Jan 2020 bin ich detailliert auf die zahlreichen Veränderungen der letzten 10 Jahre eingegangen.

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Beim Zeichnen im Flieger

Da ich nur ein Gerät habe, habe ich kein Problem mit „wo liegen welche Dateien“ und „wie sind sie synchronisiert“. Alle wichtigen Daten liegen aus Sicherheitsgründen parallel in der Cloud (OneDrive) und alles wird automatisch auf einer externen Festplatte gesichert, wenn ich im Büro bin.

Insgesamt ist mein Reisegepäck wesentlich leichter geworden und wenn ich das Surface in der Tasche spüre, weiß ich: alles dabei!

Was könnte verbessert werden?

Liebe Microsoft, das erste Jahr mit dem 4er war mühsam. Ehrlich! Das interne Energiemanagement war eine Katastrophe. Angeblich waren die Treiber für den neuen Prozessor nicht von Intel bereitgestellt. Immer wieder meinte auch ein Task, er müsse zu Höchstleistung auflaufen und 100% CPU-Leistung in Anspruch nehmen: Leistung für anderes fiel in den Keller, Gerät wurde heiß und Akku leer. Wie auch immer, manchmal spürte ich ein Verlangen, das Gerät an die Wand zu werfen. Doch das ist glücklicherweise Geschichte! Wenn es auch mindestens 1,5 Jahr gedauert hat. Heute ist fast alles gut. Mit fast meine ich, dass man immer noch besser einmal am Tag neu startet und nicht nur die Energiesparoption zum „Ausschalten“ nutzt. Das Surface läuft mit Neustart aller Prozesse einfach besser. Adobe und der Energiesparmodus vertragen sich immer noch nicht gut. Leider.

Mühsam war anfangs auch die Anpassung der Bildschirmskalierung bei Verwendung eines externen Bildschirms oder dem Wechsel zum reinen Surface. On the fly ging hier gar nicht, ein Neustart war die Regel. Mittlerweile sind die Kinderkrankheiten behoben, zumindest funktioniert es deutlich besser. Eine Zeitlang haben hier auch die Programme von Adobe nicht mitgespielt, obwohl es eine automatische Einstellung gab. Auch das ist mittlerweile gut. Kleinigkeiten zwar, aber Dinge, die nervig sein können. Heute bin ich immer wieder fasziniert, wenn ich das Surface von der Dockingstation abziehe oder vom großen auf den kleinen Bildschirm umschalte und sich die Programme neu skalieren. Es dauert ein paar Sekunden, aber dann kann ich weiterarbeiten.

Die Akkulaufzeit war beim Zeichnen mit Photoshop und dem Pro4 eher auf 3 h beschränkt. Der i7-Prozessor ist zwar schnell, aber er zieht auch Strom. Musikhören könnte ich problemlos den ganzen Tag, aber beim richtigen Arbeiten mit Photoshop ist nach zwei bis drei Stunden Schluss. Mit dem Pro 6 ist die Laufzeit wesentlich besser geworden und ich komme auf 4-5 Stunden mit Zeichnen in Photoshop. Was beim 4er extrem störte: es zog selbst beim richtigen Ausschalten noch Strom. Nach einer Woche war der Akku leer, auch wenn man es nicht benutzt hatte. Das ist beim 6er vorbei. Ich hatte einmal mit dem 4er im Urlaub das Netzteil vergessen und wollte nach einer Woche meine Umsatzsteuervoranmeldung machen: es war noch Strom für eine halbe Stunde vorhanden. Den Rest musste ich am Smartphone erledigen.

Natürlich wird das Surface beim Zeichnen auch warm. Je komplexer der Pinsel in Photoshop, desto wärmer. Ein Programm ohne jegliche Strichnachbearbeitung wird von der CPU nicht bemerkt, je mehr Strichglättung, Drucksensitivität, Simulation von Aquarell oder Öl etc. desto rechenintensiver und desto wärmer wird das Gerät. Daher würde ich zum Zeichnen immer nur das Modell mit i7-CPU und aktiver Kühlung empfehlen. Aber auch damit ist es mir an sehr heißen Tagen schon passiert, dass die Bildschirmoberfläche zu warm wird und erratisch auf die Stifteingabe reagiert. Hier hilft nur ein Platz am Ventilator oder ausschalten und warten.

Erfahrungen als Illustrator im Zeichnen mit dem Microsoft Surface Pro 1
Schreiben wie auf Papier

Das Zusammenspiel mit meiner ersten Dockingstation von plugable war leider nicht optimal. Mindestens einmal am Tag beim Zeichnen reagiert der Touchscreen oder der Stift nicht mehr. Bei ersterem muss ich neu starten, bei letzterem reicht es oft, die Batterie aus dem Stift kurz herauszunehmen. Die Probleme hatte ich nicht, wenn ich nur mit dem Surface ohne Peripherie zeichnete, daher vermutete ich die Dockingstation als Übeltäter.
Ab Februar 2019 nutze ich die originale Dockingstation von Microsoft. Die alte Dockingstation war der Übeltäter gewesen. Angeblich lag es an den Interferenzen, die vom USB-3.0-Anschluss ausgingen.

Das Energiemanagement mit einfach zuklappen und wieder damit arbeiten kann gut funktionieren, muss aber nicht. Eine Regel konnte ich nicht entdecken. Das soll bei Apple-Geräten angeblich immer tadellos sein… Mit dem Surface Pro6 funktioniert es hier deutlich besser, zumindest ein paar Mal. Dann sollte man doch wieder neu starten. Und wie ich schon sagte, die Adobe-Programme mögen es eher nicht.

Die Position des Ein-Aus-Schalters direkt neben der Leiser-Lauter-Taste ist unpraktisch. Passt man nicht auf, schaltet man das Gerät aus. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und taste mich vorsichtig an den richtigen Schalter bzw. habe ich ihn in den Systemeinstellungen deaktiviert. Aber intuitiv geht anders. Einmal hatte ich das Geräte im Vortrag aus Versehen ausgeschaltet, als es auf dem Rednerpult lag und mit der linken oberen Ecke gegen das Wasserglas stieß. Das war sehr peinlich gewesen.

Updates, ob von Microsoft oder von Adobe, sind immer wieder eine Überraschung. Vor allem bei größeren Updates von Adobe wird eine Woche später regelmäßig wieder eine Korrektur nachgeschoben, um Fehler zu beheben. Wird hier nicht mehr getestet?

Die Abteilung von Microsoft, die an der Stift-Verwendung arbeitet, ist manchmal etwas zu forsch. Plötzlich werden mit einem Update die Eigenschaften des Stiftes verändert, ohne dass man darauf hingewiesen wird. Nach mühsamer Suche in Foren stößt man dann auf die Info. So konnte man plötzlich in Photoshop mit dem Stift nicht mehr zeichnen, sondern nur das Bild verschieben. Stunden habe ich gebraucht, bis ich im Internet die Einstellung fand, mit der ich den Normalzustand wieder herstellen konnte: ein langer Befehl für die Registry in der Kommandozeile. Kundenorientierung geht anders, liebe Microsoft! Die ellenlange Liste empörter Nutzer war eine eindeutige Sprache. Mein Lernen daraus: nie mehr vor einem wichtigen Termin ein Update einspielen. Gottseidank ist dies die letzten Jahre nicht mehr vorgekommen.

Wer gerne zeichnet sollte man sich unbedingt die App „Surface“ aus dem MS Store holen, um damit die Druckempfindlichkeit des Stiftes besser steuern zu können. Das Zeichengefühl ist in der Stufe 3 viel besser als in der Stufe 6, die der Standardeinstellung entspricht.

Eine wirkliche Verbesserung für mich persönlich wäre Bluetooth an der abnehmbaren Tastatur oder – fast noch besser – ein flexibler Adapter. Wenn ich zeichne, stört die fest angedockte Tastatur und ich muss sie abnehmen. Um die vielen Tastatur-Shortcuts in Photoshop dennoch bedienen zu können, brauche ich eine weitere externe Bluetooth-Tastatur. Im Büro habe ich das sowieso. Unterwegs habe ich eine kleine klappbare Tastatur. Aber das müsste halt nicht sein. Früher gab es sogar mal einen Bluetooth-Adapter für die Tastatur, aber er war offenbar nicht gefragt genug. Schade.

Und zu guter Letzt: die Software. So schön Win 8.1 auf dem Tablet war, so ästhetisch schwierig ist Win 10 bzw. war es lange Zeit. Mittlerweile sind die Einstellungsmöglichkeiten derart vielfältig geworden, dass es für alles eine andere Variante gibt. Man muss nur die Zeit haben, die vielen Personalisierungsoptionen auch wirklich zu nutzen.

Aber jetzt genug gemeckert.

Was ich an dem Gerät schätze

Es ist leicht, es ist schnell, es ist trotz allem sehr zuverlässig, es ist innovativ, es sieht gut aus, die Haptik ist ein Genuss und das Zusammenspiel mit Stift, anderen Programmen und die Verwendung als Tablet wird mit jedem Update besser. Der Bildschirm ist sagenhaft, und allein den Touchscreen wollte ich nicht mehr missen, auch für das ganz normale Computing. Es ist für mich beruflich das perfekte Gerät und ich wüsste nicht, wie man es im Form-Faktor wesentlich verbessern könnte. Ich verwende es gerne nur als Tablet zum Surfen oder Videos schauen, oder mit Tastatur zum Arbeiten. Ich hatte das 4er gut 5 Jahre lang und es wäre immer noch auf der Höhe der Zeit, würde ich den Akku tauschen lassen. Größer sollte es nicht sein, und auch nicht kleiner. Trotz aller anfänglichen Kinderkrankheiten, es hatte mich nie im Stich gelassen.

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Live-Illustration auf einer Veranstaltung. Links die externe klappbare Bluetooth-Tastatur.

Würde ich es wieder kaufen?

Ja. Ein Surface oder ein ähnliches Gerät eines anderen Herstellers. Aber definitiv wieder die gleiche Geräteklasse. Wie ich schon sagte, perfekt für meine Bedürfnisse und mittlerweile funktioniert es richtig gut. Man sollte sich aber im Klaren sein: Es ist ein ziemlich flacher Rechner. Das Surface kann vieles, was ein Laptop kann, aber braucht man sehr viel Leistung und Grafikpower, sollte man auf ein anderes Gerät wie das Surface Book oder ähnliches ausweichen. Die Gesetze der Physik gelten auch beim Surface. Der Formfaktor kann bei der derzeitigen CPU-Technologie keine Maximalleistung anbieten.

Kann ich es empfehlen?

Das ist schwierig. Wer einen Laptop sucht, sollte auch einen kaufen. Wer ein Tablet sucht, sollte ein Tablet kaufen. Wer das perfekte Gerät zum digitalen Zeichnen braucht, sollte ein iPad oder ein Wacom kaufen. Das Surface ist ein Zwitter und – wie ich schon sagte – ein Kompromiss aus zwei Welten, wenn auch ein ziemlich gelungener, doch kein perfekter. Auch sollte man etwas nerdig veranlagt und mit Technik vertraut sein sowie die Bereitschaft haben, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen und sich neue Methoden anzueignen. Wer erwartet, es wie ein normales Laptop zu verwenden, wird etwas enttäuscht sein, so wie der Benutzer, der ein Tablet such. Es ist eine neue Geräteklasse und verlangt Umdenken in der Benutzung. Wer dazu bereit ist und digitaler Pionier sein möchte, für den ist es ein klares Ja.

P.S. Vor ein paar Jahren habe ich auf einer Konferenz einen Wissenschaftler mit einem Surface Book gesehen. Er hat es entweder als Laptop benutzt oder umgeklappt als Tablet und in OneNote handschriftliche Notizen gemacht. Er hatte offenbar viel Routine in der Benutzung und es hat ihm Spaß gemacht. Für mich wäre es zu groß und damit auf Reisen zu unpraktisch. Dennoch ein cooles Gerät. Aber noch mehr hatte mich die Freude in der Benutzung beeindruckt!

Update am 15. Februar 2021

Mittlerweile nutze ich ein Surface Pro6 seit Ende 2019. Viele kleine Probleme sind plötzlich beseitigt. Die Akkulaufzeit ist wesentlich besser. Der Bildschirm erscheint mir etwas reaktiver, die Tastatur ist deutlich besser, alles andere ist gleichgeblieben. Ich vermisse etwas die Klammer am Stift, dafür hält der Stift besser magnetisch am Gerät, aber das ist mein persönlicher Eindruck. Die Arc-Maus ist deutlich leichter klickbar und macht richtig Spaß. Nervige Probleme wie plötzlich schmierender Stift, nicht reagierender Stift, Verlust der Drucksensitivität wurden irgendwann beseitigt. Entweder Microsoft oder Adobe haben reagiert. Danke!

Wer Fragen hat, kann mich übrigens gerne anschreiben.

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Graphic Recording

Meine digitale Bilderflut beim Graphic Recording in Salzburg und ein kurzer Moment der Berühmtheit auf Twitter

Regelmäßig arbeite ich für das Salzburg Global Seminar und manchmal auch rein aus der Freude dort zu sein: die internationale Umgebung, die motivierten Menschen, die herzliche Gastlichkeit und das Schloss Leopoldskron inspirieren mich.

Kleine Bilder für die Session „Social Emotional Learning“

Vor Weihnachten wird es in meinem Geschäft immer ruhig und es bleibt Zeit für „freies Arbeiten“ und neue Dinge zu testen. Genau dafür hatte ich mir das mehrtägige Seminar (Session 603) zu „social emotional learning“ Anfang Dezember 2018 in Salzburg ausgesucht, um herauszufinden, ob einzelne kleine Bilder beim Graphic Recording besser ankommen als ein großes.

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Angestrengt beim digitalen Zeichnen auf dem Surface mit Photoshop

Da der Platz im Seminarraum aufgrund der vielen Teilnehmer sehr begrenzt war, entschloss ich mich für platzsparendes digitales Graphic Recording auf meinem Surface Pro4. In 2,5 Tagen sind so 43 einzelne Bilder entstanden, die jeweils eine Kernaussage oder wichtige Frage im Bild festhalten. Die Bilder wurden nach jeder Session auf DIN A3 gedruckt und im Raum aufgehängt. Anfangs noch in SW, dann in Farbe. Orange war die offizielle Farbe dieser Session 603.

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Bildimpressionen von Session 603

Der große Vorteil der kleinen Bilder

Da die Erstellung eines großen Bildes beim digitalen Graphic Recording immer schwierig ist, kamen mir die kleinen Bilder sehr entgegen: eine Aussage, ein Bild. Auch das Feedback der Teilnehmer war sehr positiv: Man könne die einzelnen Bilder leichter aufnehmen und verstehen und würde sich nicht in den Tiefen eine großen Wimmelbildes verlieren. Und die Kommunikationsabteilung des SGL liebte die einzelnen Bilder, da sie viel besser auf den sozialen Medien zu verteilen und in die offizielle Dokumentation wie dem Abschlussbericht einzubinden sind.

Selbst im während der Session täglich erscheinenden Newsletter haben die Bilder Einzug gefunden (hier ein Beispiel als PDF).

Verschiedentlich haben mich Tagungsteilnehmer danach noch angesprochen und gebeten, die eine oder andere Zeichnung leicht anzupassen, was ich gerne getan habe. Und selbst jetzt – Monate danach – tauchen immer mal wieder einzelne Bilder auf Twitter auf. #SGSedu #SEL

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Eine kleine Auswahl der 43 Bilder. Alle Bilder sind auf flickr (Link unten im Text) frei verfügbar und dürfen beliebig verwendet werden. Über eine Nennung meines Namens freue ich mich natürlich.

Der kleine Nachteil der kleinen Bilder

Es fehlt etwas die Stimmung, die von einem einzelnen großen Bild auf der Tagung ausgeht. 3 x 1 m sind eine visuelle Aussage, die im Raum steht und sichtbar ist. Die großen Poster haben ihren eigenen Wow-Effekt. Auch lassen sich Aussagen, die wiederholt fallen und einem Thema zuzuordnen sind, besser im Kontext darstellen. Bei vielen kleinen Bildern kann man sich leicht verzetteln, im wahrsten Sinne des Wortes. Sinnvoll wäre es hier gewesen, die Bilder thematisch zu gruppieren und die Pinboards mit Überschriften zu versehen. Eine Erfahrung für das nächste Mal. Bei den großen Bildern ist der Überblick von Natur aus besser gegeben.

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Würde ich es wieder machen?

Auf alle Fälle. Die einzelnen Bilder haben eine viel stärkere Verwendung vor allem auf Twitter gefunden. Und für die Teilnehmer waren die Bilder auf flickr (Link zu den Bildern) nach der Session zum Download frei verfügbar. Gefühlt war der Mehrwert für die Teilnehmer im Sinne der Nachhaltigkeit wesentlich größer und ich denke sie sind oft auch bei Präsentationen verwendet worden, ohne dass ich je davon erfahren habe. Aber das war ja genau der Sinn gewesen. Wer übrigens am Abschlussbericht interessiert ist, hier geht’s zum Bericht auf der Website von SGL.

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Die Bilder vom zweiten Tag, jetzt in Farbe

Mein kurzer Moment der Berühmtheit auf Twitter

In einer der Panelsessions war ein Video (Link auf Youtube) von Indiens stellvertretendem Ministerpräsident Manish Sishodia zu sehen, wie er eine Schule besucht, in der bereits vom Elternhaus traumatisierte Mädchen mit Hilfe von Bewusstseins-Training noch vor dem eigentlichen Unterricht psychologisch stabilisiert werden. (Bericht auf Youtube darüber von der Washington Post) Die dazu stattfindende Routine am Morgen der Schulstunde nannte er „Happines Class“. Es war ein sehr bewegendes Video gewesen und ich hatte dazu eine kleine einfache Zeichnung angefertigt.

Im Laufe des Tages kam der Vertreter des Ministerpräsidenten zu mir und fragte mich nach meinem Twitteraccount. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Als ich am Abend kurz in Twitter reinsah, traute ich meinen Augen nicht. Ich dachte erst an einen Fehler: gut 300 Notifications und steigend. Manish Sishodia hatte mein Bild getwittert: insgesamt wurden es 1002 Likes und 482 Retweets. Das war mir auf Twitter noch nie passiert. Sonst bleibt es bei 5 Likes und vielleicht mal einem Retweet. Aber wie alles auf Twitter: es war ein kurzes Strohfeuer, das nur ein paar Tage anhielt und dann wieder verglühte. Für mich hatte sich nichts geändert. Aber es hatte mich gefreut. Sehr sogar.

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Auszüge aus dem Twitterfeet von Manish Sisodia (links), Microsoft Education (Mitte) und dem Tagungsteilnehmer Mark Sparwell (rechts)
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Die Mädchen vor und nach der Happiness-Schulstunde
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Graphic Recording

Digitales Graphic Recording auf dem Kieler Symposium zur maritimen Strategie der Nato

Die Morgensonne brach durch die Wolken, eine frische Briese trieb über den Kieler Fjord, Segelboote schaukelten leicht in den Wellen. 180 Grad auf der anderen Seite: die altehrwürdige kaiserliche Segelschule, heute ein Hotel, und Austragungsort der KISS, einem jährlichen Symposium über die Strategie der Nato zur See. Mein Arbeitsplatz für heute.

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Einmal der Blick nach Osten, einmal der Blick nach Westen

Der Auftrag

Als ich angefragt wurde, ob ich mir das Graphic Recording auf diesem hochrangig besetzten Symposium zutraue, sagte ich spontan ja, wußte aber auch, es wird nicht einfach. Ich bin weder ein Experte, noch ein großer Fan der Streitkräfte, was kann ich hier als thematischer Laie an Kernaussagen sinnvoll extrahieren? Wir wollten es auf einen Versuch ankommen lassen. Nach Quantenphysik war dies meine zweite Herausforderung in diesem Jahr.

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Der digitale Graphic Recorder aus Bayern in Kiel am Abend davor im Hafen

Der Ablauf

Der Saal füllte sich. Die vielen Marine-Uniformen und goldenen Streifen schafften ein Klima der Würde. An den Wänden im Vorraum hingen historische Gemälde aus der Kaiserzeit von Schiffen zur See.
Ich bekam einen Arbeitsplatz ganz vorne. Aufgrund der engen Bestuhlung war von Anfang an nur das digitale Graphic Recording in Frage gekommen. Hier hätte meine große Zeichenwand keinen Raum gefunden. Rechts von mir saß ein ein Student der internationalen Beziehungen und kontrollierte die Präsentationen, links von mir saß die Presse. Es war eng. Richtig eng. Kaum reichte der Platz zum Zeichnen.
Insgesamt gab es drei große Themenblöcke, die von jeweils einem Kurzvortrag der späteren Diskussionsteilnehmer eingeleitet wurden, dann folgte die Diskussion und Beantwortung der Fragen aus dem Publikum. Die Inhalte sind am Ende des Blogeintrags über die Links einsehbar.

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Digitales Graphic Recording auf dem Kieler Symposium zur maritimen Strategie der Nato 2
Mein Arbeitsplatz im Saal während der Konferenz


Ich muss zugeben, am Anfang habe ich mich mit der Materie schwer getan. Doch im Laufe des Vormittags zeichnete ich mich warm und die Bilder wurden immer besser. In den Pausen wurden die fertigen Bilder über den Beamer als Diashow eingespielt und haben für Erheiterung, Staunen und Begeisterung gesorgt. Mit Freude habe ich das Lob entgegengenommen.

Wie habe ich es technisch gelöst?

Wie immer arbeite ich mit dem Surface Pro und Photoshop. Jeden Vortrag, jede Diskussion habe ich als eigenes Bild visualisiert. Der Vorteil beim digitalen Graphic Recording ist, man kann erst mitschreiben und dann sehr flexibel damit arbeiten. Während ich mich anfangs mehr auf die reinen Aussagen konzentrierte, habe ich im Laufe des Tages auch zu jedem Thema einen thematisch passenden Hintergrund entworfen. In den Pausen kam dann der letzte Feinschliff.

Was hatte der Kunde davon?

Insgesamt sind an diesem Tag 21 einzelne Bilder entstanden, die am Tag selbst schon gezeigt wurden und später per Email an die Teilnehmer versandt wurden: für Jedermann zur freien Verwendung. Die Bilder selbst wurden auch im Abschlussprotokoll verwendet. Im Nachgang wurde ich noch gebeten, aus allen Bilder ein Gesamtposter in A0 zu erstellen und dabei nur die wichtigsten Kernaussagen zu extrahieren.

Es ist auch für mich immer wieder faszinierend, was in der Rückschau von einer Tag Diskussion dann auch sichtbar zurückbleibt. Plötzlich ist alles gar nicht mehr so kompliziert. Ich bin gespannt, wie es nächstes Jahr aussehen wird. In diesem Jahr war der blonde ältere Herr aus den USA schon sehr dominant gewesen; zwar nicht physisch anwesend, aber immer präsent im Wort und letztendlich auch in meinen Bildern.

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Der Graphic Recorder beim Zeichnen
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Drei Kernaussagen aus einer der Podiumsdiskussionen. Ein Beispiel für die insgesamt 21 einzelnen Bilder, die an diesem Tag entstanden sind.

Offizielles Ergebnisprotokoll

Proceedings von KISS2018 mit den erstellten Recordings als PDF

Inhalte und Teilnehmer der Konferenzen

Link zu den Inhalten von KISS2018

Link zu den Inhalten von KISS2019

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Graphic Recording in München – wenn die analoge und die digitale Welt zusammenkommen

Lokation: der Parkhotel in München. Bei meinen Kunden beginnen sich die Anforderungen zu wandeln. Einerseits möchten Sie immer noch ein Graphic Recording, andererseits wollen Sie auch eine Analyse der Ergebnisse, vor allem bei Workshops.

So auch bei diesem Kunden, der im schicken Hilton Park in München einen globalen Event seiner Führungsmannschaft abhielt und mich für eine Mischung aus Vorträgen und Workshops buchte.

Das Graphic Recording für die Vorträge

Für Vorträge ist das „normale“ Graphic Recording immer noch die beste Lösung. Optimal war für mich, dass vom ersten Vortragenden die Bild-Metapher eines Dinosauriers gesetzt wurde.  Das war eine Steilvorlage und das Recording begann im Laufe der beiden Tage von Dinosauriern zu wimmeln. So etwas lässt das Recording immer besonders werden, denn es spornt die Betrachter dazu an, alle Dinosaurier zu suchen und so nebenbei das Bild zu entdecken.

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Man merkt, ich freue mich beim Zeichnen eines der vielen Dinosaurier

Die Analyse für die Workshops

In acht Workshops ging es um die Frage nach der Lösung eines Problems, erarbeitet in jeweils 4 Runden mit unterschiedlichen Mitarbeitern. Insgesamt war ein ganzer Tag dafür reserviert, verteilt auf zwei Tage. Das „normale“ Graphic Recording war hier unpassend, allein schon aufgrund der enormen Informationsfülle. Daher hatte ich dem Kunden ein anlytische Workshopvisualisierung vorgeschlagen. Wie ist die Fragestellung, was ist das Problem und wie könnte die Lösung aussehen? Für die Präsentation der Ergebnisse dachte ich an einen kleinen Vortrag, der mit humorvollen, aber plakativen Zeichnungen arbeitet und die Situation vereinfacht auf den Punkt bringt.

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Das letzte Bild aus dem Analyzing Recording: und wieder ist ein Dinosaurier dabei

Wie bin ich vorgegangen?

Da jeder Workshop insgesamt viermal abgehalten wurde, hatte ich Zeit, jedes Thema zu verstehen und mir auch von den Workshopleitern die Inhalte erklären zu lassen. Am Abend des ersten Tages waren genügend Notizen vorhanden, um die Auswertung zu starten und die Visualisierung vorzubereiten. Es wurde ein langer Abend, vor 24 Uhr kam ich nichts ins Bett. Auf meinem Surface habe ich in OneNote zuerst die Daten aus meinem Notizbuch in Tabellenform zusammengefasst und ausgewertet, und dann in Photoshop die Zeichnungen erstellt. Auch am nächsten Tag sind noch weitere Daten zusammengekommen und ich habe die Bilder während der Workshops und der Pausen „on the go“ vollendet.

Die Präsentation der Ergebnisse

Mein Vortrag der Workshopergebnisse war zum Ende der Veranstaltung vorgesehen. Sicherheitshalber wollte der CEO die Bilder vorher noch sehen, hatte aber keine Einwände, ich konnte starten. Mein Vortrag selbst dauerte ca. 20 Minuten. Ich denke, es war auch für die Teilnehmer spannend, noch auf der Veranstaltung eine pointierte Zusammenfassung der vielen Workshops im Kontext zu sehen. Dabei versuche ich immer – anonymisiert – die ganze Erfahrung aus anderen Firmen mit einfließen zu lassen. Natürlich beschränke ich mich auf die großen Trends, doch das alleine ist schon interessant genug zu sehen, was machen wir und was macht der Rest der Welt?

Eine Auswahl der digital auf dem Surface in Photoshop gezeichneten Bilder für den Vortrag: blau ist das Problem, gelb ist die Lösung. Zuerst wurde von mir nur das blaue Bild, dann das gelbe Bild gezeigt.

Die Detailauswertung hat die Firma später selbst gemacht, aber mit der Analyse wurde das Problem bereits beschrieben und die Lösung skizziert: kurz, knapp, unterhaltsam und hoffentlich gut zu merken.
Nach dem Event kam eine Dankes-Email meines Auftraggebers mit der Ankündigung, all meine Bilder als Wanderausstellung um die Welt zu schicken. Ich habe mich sehr gefreut!

Ihr Wolfgang Irber

Ein paar Bilder mit weiteren Details zum Graphic Recording. Das ganze Bild kann ich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht zeigen. Dazu das Feedback des Kunden.

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Graphic Recording

Vor- und Nachteile von digitalem Graphic Recording

Seit ein paar Monaten steigt plötzlich die Nachfrage nach digitalem Graphic Recording. Jahrelang war es vielleicht eine Anfrage im Jahr, jetzt sind es schon fünf Anfragen in drei Monaten.
(Update vom 22.4.2020: mittlerweile sind 80% aller Aufträge digital. So schnell kann es gehen)

Anders als beim analogen Recording, das mittlerweile ein gewisse Routine hat, ist beim digitalen Einsatz jeder Auftrag etwas Spezielles, denn die Technik erfordert eine gute Planung. Es muss in jedem einzelnen Fall genau nach dem Einsatzzweck gefragt werden, nur dann kann man sich die optimale digitale Umsetzung überlegen. Und eine wesentliche Erfahrung habe ich schon gemacht: es ist viel anstrengender, als auf Papier zu zeichnen.

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Ein Beispiel für digitales Graphic Recording

Eine klassische Leadership-Konferenz mit vielen Workshops und Aktivitäten in verschiedenen Räumen über zwei Tage. Eine fest aufgebaute Zeichenwand war wegen der vielen Ortswechsel unbrauchbar und ich schlug das digitale Recording vor.

Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass wegen dem vielen Hin und Her auch kein normales Sitzen möglich ist. Digitales Recording im Stehen und Gehen: unmöglich. Also mußte ich zuerst mit dem Stift auf Papier, ganz analog, die Notizen im Stehen machen. Erst in den Workshop-Zeiten, in denen es für mich nichts aufzunehmen gab, habe ich mir eine ruhige Ecke gesucht und die digitale Visualisierung der Kernaussagen durchgeführt. Oder in anderen Worten: für mich gab es nie eine Pause.

Am Ende der Tagung hatte ich 15 Minuten auf der Bühne, um alle Bilder in einem unterhaltsamen Vortrag vorzustellen und die Tagungsinhalte nochmals auf humorvolle Weise zu reflektieren.

Alle Einzelbilder habe ich nach der Veranstaltung für den Kunden zu einem großen Recording zusammengesetzt. Ich arbeite also nicht wie im analogen Recording mit einer großen Arbeitsfläche, sondern setze hier das große Bild wie ein Mosaik zusammen.

Doch was sind nun meine bisherigen Erfahrung? Was sind die Vor- und was die Nachteile?

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Die Vorteile beim digitalen Graphic Recording

  • Da es im oben vorgestellten Beispiel nicht live war, konnte man die Aussagen pointierter zusammenfassen, allerdings war auch am Abend des ersten Tages noch viel Arbeit bis spät in die Nacht notwendig
  • Wenn digitales Graphic Recording live ist, hat man mehr Möglichkeiten mit digitalen Tricks zu arbeiten, Unwichtiges kleiner zu machen und Wichtiges größer
  • Bei digitalem Graphic Recording, das auch live auf einer Beamerfläche neben der Hauptpräsentation gezeigt wird, arbeite ich immer mit Einzelbildern. Also pro Einheit oder Vortrag ein Bild.
  • Die Einzelbilder sind perfekt für die Präsentation und die Verwendung der im Nachgang
  • Es erlaubt leichtes Reisen und erfordert keinen zeitaufwändigen Auf- und Abbau der Zeichenwand. Keine Stifte müssen gepflegt und befüllt werden. Ich arbeite hier auf einem Microsoft Surface Pro4 mit Photoshop und Illustrator. Die allermeisten Kollegen bevorzugen allerdings das iPadPro. Zu Vor- und Nachteilen beider Technologien kann ich nichts sagen.
  • Fehler lassen sich verbessern
  • Man hat viel mehr gestalterische Möglichkeiten und kann auch die CI perfekt nachbilden
  • Das finale Großbild ist durch die flexible Möglichkeit der Gestaltung in der Regel wesentlich übersichtlicher als ein analoges Graphic Recording = großer Mehrwert

Die Nachteile beim digitalen Graphic Recording

  • Der Reiz der Live-Illustration entfällt bei vielen Aufträgen: oft findet die Visualisierung im Verborgenen statt und ist erst zum Schluss sichtbar. Man wird nicht mehr als „Künstler“ erkannt und angesprochen
  • Wenn die Visualisierung nicht auf einer großen Projektionswand gezeigt wird, entfällt der WOW-Effekt bei der Entstehung live dabei zu sein
  • Der Planungsaufwand ist insgesamt größer, da die Zeichenfläche kleiner ist
  • Vollkommene Abhängigkeit von der Technik, Backup ist schwierig
  • Digitales Zeichnung erfordert sehr viel Konzentration. Mehr als das analoge Recording. Technik verlangt mehr Aufmerksamkeit als der einfache Stift
  • Das Schreiben ist etwas langsamer als auf Papier, auch muss man sich sehr um eine ordentliche Handschrift bemühen. Manchmal muss man sich daher nebenher noch Notizen auf Papier machen.
  • Auf einer großen Papierfläche ist es einfacher ein großes Bild zu erstellen, digital verliert man hier schnell den Überblick. In der digitalen Welt muss man sich hier ein spezielles Konzept zurechtlegen, um sich nicht zu verlieren. Und wie immer: Übung macht den Meister!
  •  Wir die Zeichnung live gezeigt, sollten so wenige Menüpunkte wie möglich sichtbar sein. Ferne ist das übliche Hinein- und Herauszoomen beim digitalen Arbeiten für die Zuschauer störend und man sollte es vermeiden. In Photoshop läßt sich ein zweites Fenster aufmachen, das über den erweiterten Bildschirm gezeigt werden kann und nur das Bild zeigt, kein Zoomen, keine Menüs. Das beim iPad von vielen geliebte ProCreate habe ebenfalls einen speziellen Präsentations-Modus dafür.
  • Das digitale Zeichnen ist langsamer. Vor allem das Schreiben erfordert viel Disziplin!

Was ist besser für die Kommunikation von wichtigen Kernbotschaften? Analog oder digital?

Diese Fragen müssten eigentlich meine Kunden beantworten. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen muss ich gestehen: es ist eindeutig das digitale Graphic Recording, da es viel besser strukturiert werden kann. Mir fällt oft auf, dass beim Recording auf Papier nur das Gesamtbild als Illustration bewundert und wahrgenommen wird, aber man kaum die Inhalte beachtet. Oft verkommt das Zeichnen auf Papier zum künstlerischen Event und dient mehr der Unterhaltung der Teilnehmer.

Dagegen ist beim digitalen Recording die Weiterverwendung mit der digitalen Grundlage viel einfacher. Selbst Fehler oder Mißverständnisse können vor der allgemeinen Verteilung noch leicht korrigiert werden. Das Bild hat dann mehr den Stellenwert einer offiziellen Kommunikation und wird intensiver genutzt.

Wolfgang Irber

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Angestrengt beim Zeichnen. Nur noch wenige Minuten bis zur Präsentation…
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Digitales Graphic Recording, das nicht live, sondern in den Pausen als Diashow gezeigt wurde.

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